Failure-Prediction-Prompting: Lass Claude vorher sagen, woran es scheitern wird

Ein kleiner Trick, der gerade in Prompt-Communities die Runde macht: Bevor Claude an einer Aufgabe arbeitet, lässt du es erst eine Liste erstellen, woran es dabei wahrscheinlich scheitern wird. Nicht die Lösung zuerst – die Fehlerliste zuerst.

Klingt nach einem Umweg. Ist meistens der schnellere Weg.

Warum das funktioniert

Normalerweise bekommst du das Scheitern erst zu sehen, nachdem es passiert ist: falsche Annahme, missverstandener Kontext, eine Ecke der Aufgabe, die übersehen wurde. Du merkst es am fertigen – falschen – Ergebnis und musst nachbessern.

Failure-Prediction-Prompting dreht die Reihenfolge um. Claude benennt vorab, wo die Aufgabe kippen könnte: mehrdeutige Formulierungen im Auftrag, fehlende Informationen, Annahmen, die es treffen müsste, um überhaupt loszulegen. Diese Liste ist oft aufschlussreicher als der erste Entwurf – weil sie genau die Lücken zeigt, die du vorher schließen kannst, statt sie im fertigen Ergebnis zu entdecken.

Der Prompt

Prompt
Bevor du anfängst: Liste drei bis fünf konkrete Arten auf, wie du bei dieser
Aufgabe scheitern könntest – falsche Annahmen, fehlender Kontext, Mehrdeutigkeiten
in meinem Auftrag. Für jeden Punkt: was du annehmen müsstest, wenn ich es nicht
kläre. Erst danach beginnst du mit der eigentlichen Arbeit.

Aufgabe: [hier einfügen]

Ein Beispiel

Auftrag: „Schreib mir eine Zusammenfassung des Meetings.“ Ohne Failure-Prediction legt Claude einfach los – Tonfall, Länge und Fokus geraten, wie es gerade passt.

Mit dem Prompt davor kommt zuerst das hier: Unklar, ob die Zusammenfassung für die Teilnehmer selbst ist oder für Leute, die nicht dabei waren. Unklar, ob Entscheidungen und Action Items im Fokus stehen sollen oder der Gesprächsverlauf. Unklar, welche Länge angemessen ist. Drei Sätze, die dir vorher zeigen, was du eigentlich hättest mitliefern müssen – bevor Zeit in eine Version investiert wird, die du wieder verwirfst.

Wo die Grenze liegt

Für triviale Aufgaben ist das Overkill – bei „übersetz mir diesen Satz“ gibt es wenig zu scheitern. Der Trick zahlt sich bei allem aus, was mehrdeutig, mehrstufig oder folgenreich ist: Konzepte, Analysen, alles, wo ein falscher Start teuer wird. Und er lässt sich gut mit einer verwandten Technik kombinieren: Claude vorab interviewen zu lassen, statt es direkt loslegen zu lassen – zwei Varianten derselben Grundidee, den Dialog vor die Arbeit zu stellen statt danach zu korrigieren.


Quelle: Reddit r/PromptEngineering – „I make Claude predict how it’s going to fail at my task before it starts“

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